Workshop Hochwasserpartnerschaft Westliche Mittelmoselzuflüsse


Am 17. Juli 2023 - fast genau zwei Jahre nach der Hochwasserkatastrophe in der Eifel 2021 - fand der dritte Workshop der Hochwasserpartnerschaft (HWP) Westliche Mittelmoselzuflüsse im Rathaus der Kreisstadt Wittlich statt. Bürgermeister Joachim Rodenkirch begrüßte als Moderator der Hochwasserpartnerschaft neben seinen Bürgermeisterkollegen Marcus Heintel aus Traben-Trarbach und Manuel Follmann aus Wittlich-Land zahlreiche Vertreter:innen aus den Gemeinden an Lieser, Salm, Alf und Üßbach sowie aus den Landkreisen. Die Partnerkommunen haben sich dazu verpflichtet, die interkommunale Zusammenarbeit bei der Hochwasser- und Starkregenvorsorge zu intensivieren, um sich besser auf diese Naturereignisse vorzubereiten und Schäden zu minimieren. Themen des Workshops waren die Hochwasservorhersage und -warnung und das Gehölz- und Treibgutmanagement. In der Kreisstadt Wittlich wurde nach Erarbeitung des Hochwasser- und Starkregenvorsorgekonzeptes mit der sukzessiven Umsetzung der Maßnahmenvorschläge begonnen. Dabei wurde betont, dass für die teilweise kostenintensiven Maßnahmen die Förderung durch das Land notwendig ist.

Frau Dr. Margret Johst, Landesamt für Umwelt, erläuterte Neuerungen und Weiterentwicklungen im Hochwasservorhersagedienst Rheinland-Pfalz. Durch den neuen Webauftritt (www.hochwasser.rlp.de), der seit dem Frühjahr online ist, ist eine verbesserte Information und Warnung vor Hochwasserereignissen möglich. Als wichtige Neuerung werden für die Hochwasserprognose Vorhersagebänder angegeben, die die Spannbreite der Vorhersage abbilden. Außerdem werden nun die Wasserstände und z.T. Vorhersagen von mehr Pegeln und die Vorhersage für kleinere Gewässer direkt auf der Startseite übersichtlich dargestellt. Wichtig ist, dass der Hochwasservorhersagedienst nur vor Hochwasser warnt, nicht vor Wettergefahren. Die neuen Hochwasservorhersageseiten werden auch in einen kurzen Erklärvideo (https://youtu.be/-zfgjgPU4HQ) vorgestellt. Bei sich abzeichnender Hochwasserlage oder prognostizierter Starkregenereignisse können Informationen abgerufen werden, um Vorkehrungen zur Schadensminimierung zu treffen.

Frau Dr. Rita Ley, Internationales Betreuungszentrum für Hochwasserpartnerschaften (HPI), erläuterte die Unterschiede zwischen gewässerkundlichen Pegeln, die vom Land betrieben werden, und den kommunalen  Pegeln, die zunehmend gefordert und betrieben werden: Während die gewässerkundlichen Pegel Wasserstände und Abflüsse für die Vorhersage und weiteren hydrologischen Fragestellungen messen, geben kommunale Pegel nur Wasserstände weiter. Für eine Beurteilung der Situation aus den Wasserständen sind weitere Informationen und Erfahrung notwendig. Kommunale Pegel könne helfen, beim Überschreiten kritischer Warnschwellen zu alarmieren und Vorsorgemaßnahmen einzuleiten. Dabei  müssen auch die Wetterwarnungen des Deutschen Wetterdienstes beobachtet und berücksichtigt werden.

Abschließend wurde von Herrn Christof Kinsinger, HPI, die Anforderungen an das Gehölz- und Treibgutmanagement vorgestellt. Wie geht man im Spannungsfeld zwischen Hochwasservorsorge und Naturschutzanforderungen mit den Gehölzen um? Was kann und muss der Gewässerunterhaltungspflichtige  (Gemeinde, Gewässeranlieger) tun, um sich bestmöglich vor Hochwasserschäden zu schützen und gleichzeitig naturschutzfachlichen Anforderungen zu genügen?  Ausführlich ging Herr Kinsinger auf die Bedeutung der Gehölze am Gewässer sowohl für den ökologischen Zustand der Gewässer als auch für die Hochwasservorsorge ein. Er betonte, wie wichtig die Verhinderung von Treibgut aus Ablagerungen am Gewässer ist. Dieses Thema wird die Hochwasserpartnerschaft noch länger beschäftigen. In einem ersten Schritt sollen in der nächsten Veranstaltung der Hochwasserpartnerschaft Rechtsunsicherheiten über Rechte und Pflichten der Gewässeranlieger näher betrachtet und geklärt werden.