Silvio und Waltraud dell`Antonio-Kunsmann-Treuhandstiftung

„Für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene!“

„Ich freue mich für die Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen und werde bei der auf ewig angelegten Stiftung zumindest in der ersten Zeit mit Rat und Tat zur Seite stehen!“ sagte Waltraud dell´Antonio. Ein besonderer Wunsch dell´Antonios war, die Förderung von einzelnen Personen oder Projekten noch selbst zu erleben. Der Grundstein dafür wurde im Jahr 2014 durch die Errichtung der „Silvio und Waltraud dell´Antonio-Kunsmann-Stiftung“ als Treuhandstiftung bei der Stiftung Stadt Wittlich gelegt.

Jugendliche und junge Erwachsene, die eine künstlerische Betätigung anstreben oder einen künstlerischen Beruf erlernen oder studieren wollen, sollen gefördert werden, besonders wenn ihre familiäre finanzielle Situation ein Weiterkommen behindern würde. Dies kann zum Beispiel durch die Vergabe von Stipendien, die Ermöglichung von Auslandsaufenthalten zu Studien- oder Ausbildungszwecken oder auch durch die Anschaffung von Instrumenten oder sonstigen Mitteln und die Bezahlung von Ausbildenden im künstlerischen Bereich erfolgen.

„Unser Kunstbegriff schließt dabei ausdrücklich die Grenzbereiche zum Kunsthandwerk mit ein“ erklärte die Stifterin dell´Antonio. Als begeisterte Kunstschaffende und Kunstliebhaber wünschten sie sich, dass diese Stiftung für die Zukunft einen Beitrag leisten könne, die Künste als Teil unserer sich stetig wandelnden Kulturtradition zu unterstützen.

Die „Silvio und Waltraud dell´Antonio-Kunsmann-Stiftung“ ist rechtlich eine Treuhandstiftung in der Stiftung Stadt Wittlich. Durch die Anbindung der Treuhandstiftung an die gewachsene Struktur profitiert sie von ihrer Stabilität und Kontinuität auch der handelnden Personen sowie der professionellen Geschäftsführung. Sie hat ein eigenständiges dreiköpfiges Gremium als Stiftungsrat, das die Gelder zweckgemäß vergibt. Die Treuhandstiftung leistet dabei Hilfe in Bereichen, die die Stiftung Stadt Wittlich satzungsgemäß nicht abdecken kann.

Joachim Rodenkirch, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Stadt Wittlich hofft, dass diese Treuhandstiftung auch Vorbild für andere potentielle Stifter sein könnte, Vermögen zuzustiften oder treuhänderisch in die städtische Stiftung einzulegen. Im bestehenden Aufgabengebiet und auf weiteren Feldern wäre eine Förderung des Gemeinwohls möglich und wünschenswert, gerade weil und wenn dies durch öffentliche Haushalte nicht geleistet werden kann.

Das Bildhauerehepaar Silvio und Waltraud dell´Antonio aus Wittlich hat in der ganzen Republik und besonders in der Region Mosel-Eifel-Hunsrück im Laufe ihres Lebens zahlreiche Werke geschaffen: Dazu gehören die Brunnenanlagen in Wittlich wie der „Säubrennerbrunnen“ auf dem Pariser Platz sowie die Brunnen am Platz an der Lieser und der „Schweinchenbrunnen“ bei der Sparkasse. Viele Kirchen verdanken ihre Ausstattung mit Altären, Amben, Tabernakeln und Kreuzwegen dem künstlerischen Schaffen der dell` Antonios. Hinzu kommen Ehrenmale für die Toten beider Weltkriege, Groß- und Kleinplastiken, zum Beispiel Kurfürst Balduin vor der Schule in der Kurfürstenstraße und auch Kunst-am-Bau-Projekte wie beispielsweise am St. Elisabeth Krankenhaus und am Peter-Wust-Gymnasium. Künstlerisch gestaltete Grabmale des Paares findet man überall in Deutschland sowie im angrenzenden Ausland. Das Künstlerpaar hat wiederholt sowohl im In- als auch im Ausland ausgestellt. Waltraud dell` Antonio zeigte hier vor allem ihre Textilarbeiten, meist in Batiktechnik.

Der vor zehn Jahren verstorbene Silvio dell`Antonio stammte aus einer Bildhauerdynastie. Der Vater war Gründer und Leiter der berühmten Holzbildhauerschule in Bad Warmbrunn. Die Mutter kam aus der Moroder-Familie mit Wurzeln in Südtirol und reicher Tradition in der Holzbildhauerei. Aus dieser Familie stammen bekannte Künstler, die bis heute die Familientradition fortsetzen. Die im September 2019 verstorbene Waltraud dell´Antonio war eine geborene Kunsmann, Spross einer Familie, die über viele Generationen Steine in Wittlich gehauen hat. Sie führte den Familienbetrieb bis zum Ruhestand und der Schließung im Jahr 1979. Danach hat ihr Mann noch bis ins hohe Alter in Stein, Holz, Ton, Gips und Bronze weitergearbeitet. Das jahrzehntelange Schaffen der beiden Künstler hat Früchte getragen. Die kinderlos gebliebenen Eheleute beschlossen bereits vor Jahrzehnten, mit ihrem Vermögen eine Stiftung zu errichten. Waltraud dell´ Antonio hat diesen gemeinsamen Wunsch noch zu Lebzeiten umgesetzt und eine Stiftung mit Kapital in siebenstelliger Höhe errichtet, die auch Erbe ihres verbleibenden Vermögens ist. Der Grund und Inhalt der Stiftung erläutert die Präambel:

„Getragen von der Idee, dass höher stehende Kunstformen als verfeinerte Kulturtechniken gezeigt, gelernt und geübt werden müssen und dass um des größtmöglichen Erfolges Willen damit bereits im Kindes- und frühen Jugendalter begonnen werden sollte, haben wir diese Stiftung errichtet. Ihr Zweck soll sein, Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen dabei zu helfen, die Künste kennen zu lernen, das eigene Talent zu entdecken und es zu entfalten.“

Anträge können gestellt werden

Eine Förderung durch die „Silvio und Waltraud dell´Antonio-Kunsmann-Stiftung“ für Kinder, Jugendliche oder junge Erwachsene bis zur Vollendung des 30. Lebensjahres, mit Herkunft oder Wohnsitz in Eifel, Mosel, Hunsrück oder Luxemburg oder für Projekte im Sinne der Satzung kann schriftlich bei der Geschäftsführerin der Stiftung Stadt Wittlich, Christiane Schmitz-Hayer, Schloßstraße 11, 54516 Wittlich, Telefon 06571-171053, Telefax 06571-172053, E-Mail: christiane.schmitz-hayer@stadt.wittlich.de beantragt werden.

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