Dr. Elisabeth Reuß-Caspari-Treuhandstiftung

Treuhandstiftung für Bildung, Wissenschaft und Forschung

Die Namensgeberin der neuen Treuhandstiftung innerhalb der Stiftung Stadt Wittlich: Dr. Elisabeth Reuß-Caspari im Dezember 1940. (Foto: Uekerus, Berlin)

Erfreulicherweise konnte die Stiftung Stadt Wittlich im September 2015 ganz überraschend die Verwaltung einer weiteren Treuhandstiftung, der „Dr. Elisabeth Reuß-Caspari-Stiftung“, übernehmen. Die Stifterin Dr. Ina-Maria Reuß (1941-2019) lebte in Berlin, hatte aber dennoch einen starken Bezug zur Stadt Wittlich.

Zweck ihrer errichteten Treuhandstiftung ist die Förderung von Bildung, Wissenschaft und Forschung. Dieser wird unter anderem verwirklicht durch

a) die Vergabe von Stipendien

b) die Vergabe von Preisen für herausragende wissenschaftliche Leistungen

c) die Bezuschussung von Sachaufwendungen (technische Ausrüstungen, wissenschaftliche Literatur, Arbeitsmaterialien, Schreib- und Druckkosten, etc.)

Auch wenn die Treuhandstiftung aufgrund ihres derzeitigen Vermögens zunächst nur sehr kleine Projekte unterstützen kann, konnte sie bereits mehrere Doktoranten fördern. Neben der Zustiftung des im Juni 2012 verstorbenen Wittlicher Bürgers Hubert Thönes verwaltet die Stiftung Stadt Wittlich neben der im Dezember 2014 errichteten „Silvio und Waltraud dell` Antonio-Kunsmann-Stiftung“ nun ihre zweite Treuhandstiftung.

Zur Gründung dieser Stiftung wurde die Berlinerin Dr. Ina-Maria Reuß bereits vor vielen Jahren durch das akademische Wirken ihrer großbürgerlichen Familie inspiriert. Neben der Dissertation ihres Vaters Dr. med. Heinrich Reuß (1889-1976) im Jahr 1916 hat ihre Mutter Dr. phil. Elisabeth Reuß, geborene Caspari (1913-1995), als siebtes Kind ihrer im 1. Weltkrieg verwitweten Mutter Sophia Kaspari-Paulus, geborene Antweiler, in ihrer Jugend unter schwierigen finanziellen Bedingungen ihr Abitur in Trier und anschließend ihr Studium an der Friedrich-Wilhelms-Universität zu Berlin, heute Humboldt-Universität, mit ausgezeichneten Leistungen in Geschichte als Hauptfach sowie Philosophie und Geographie absolviert. Ihre Dissertation „Kirche und Klerus in Frankfurt a.O. im Mittelalter. Verfassung und Verhältnis zur Stadtgemeinde“ wurde unter dem Namen Reuß-Caspari veröffentlicht. Sie war im Jahr 1941 die erste Wittlicherin, die promoviert wurde. Gleichberechtigung und Bildung von Frauen war immer Anspruch und Ziel von Dr. Elisabeth Reuß-‚Caspari, das sie leidenschaftlich verfolgte und für ihre Person erfolgreich durchsetzte.

Die Stifterin Dr. Ina-Maria Reuß selbst hatte zunächst auf Drängen ihrer Eltern Chemie und Pharmazie studiert und arbeitete über 25 Jahre als Apothekerin. Doch ihre Leidenschaft war die Kunst. Als sie es sich finanziell leisten konnte, begann sie ihre zweite „Uni-Karriere“, schrieb sich zum Studium der Kunst- und Pharmaziegeschichte an der FU Berlin ein, legte die Magisterprüfung ab und wurde im Jahr 2006 im Alter von 64 Jahren promoviert.

Für die Stifterin war es ein Herzenswunsch, dass Wissenschaftler/innen über das Leben und Wirken promovierter Akademikerinnen aus dem ehemaligen Regierungsbezirk Trier, die ihre Dissertation und Disputation in der ersten Hälfte bzw. in der Mitte des 20. Jahrhunderts abgeschlossen haben, forschen und schreiben. Ein weiteres Anliegen war ihr auch eine enge Zusammenarbeit mit dem Fachbereich III der Universität Trier. 

Weitere Infos zur Treuhandstiftung „Dr. Elisabeth Reuß-Caspari“ sind bei der Geschäftsführerin Simone Röhr, Stiftung Stadt Wittlich, Schloßstraße 11, 54516 Wittlich, Telefon 06571-171012, Telefax 06571-172012, E-Mail: simone.roehr@stadt.wittlich.de erhältlich.

Was bedeutet Treuhandstiftung?

Eine Treuhandstiftung (auch unselbstständige, nichtrechtsfähige Stiftung genannt) wird durch einen Vertrag zwischen dem Stifter und dem Treuhänder (Träger) oder per Verfügung von Todes wegen errichtet. Der Stifter überträgt das Stiftungsvermögen dem Treuhänder, der es getrennt von seinem eigenen Vermögen gemäß den Satzungsbestimmungen der Stiftung verwaltet. Anders als eine rechtsfähige Stiftung verfügt eine Treuhandstiftung über keine eigene Rechtspersönlichkeit und kann auch mit weniger als 50.000 Euro gegründet werden.

Quelle: www.stiftungen.org / Bundesverband Deutscher Stiftungen

 

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