Die „Berliner Mauer“ in Wittlich

Anlässlich des 20. Jahrestages des Mauerfalls überreichte der gebürtige Wittlicher Friedel Drautzburg im Rahmen eines Festakts am 2. Oktober 2010 ein Originalstück der Berliner Mauer an die Stiftung Stadt Wittlich.

Sein neues Zuhause fand das 3,60 Meter hohe, 1,20 Meter breite und 2,75 Tonnen schwere Mauerstück im Bereich der Zuwegung zum Parkplatz Zentrum. Ein bereits vorhandenes, unbearbeitetes Mauerstück aus Wittlichs Partnerstadt Zossen bei Berlin wurde liegend in das Gesamtkunstwerk integriert.

Foto: Werner Pelm
Der Berliner Aktions- und Umweltkünstler Ben Wagin (Mitte) gestaltete das Wittlicher Mauerstück künstlerisch und pflanzte anlässlich der Enthüllung mit den anwesenden Kindern zwei „Friedensbäume“. Links im Foto Friedel Drautzburg, der Stifter der Mauer, und Joachim Rodenkirch, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Stadt Wittlich (Foto: Werner Pelm).
v.l.n.r.: Vorstandsvorsitzender Joachim Rodenkirch, Friedel Drautzburg und Ben Wagin vor dem enthüllten Berliner Mauerstück (Foto: Werner Pelm).

Die Berliner Mauer ist für Gäste Berlins und für politisch- und geschichtsinteressierte Besucher kaum noch körperlich-greifbar zu erleben. Abgesehen von einigen fragmentarischen Orten des Gedenkens wie an der Bernauer Straße, der East-Side-Gallery oder besonders Ben Wagins „Parlament der Baume – Mahnmal gegen Krieg und Gewalt“ zwischen Reichstag und Bundespressekonferenz, sind die Überbleibsel des abgerissenen Eisernen Vorhangs aus Beton in der Bundeshauptstadt kaum noch sichtbar. Eine dauerhafte Erinnerungskultur durch Orte des Gedenkens an die Mauer sowie zeitgemäße, attraktive, didaktische Angebote für die jüngeren Generationen aber könnten eine gesellschaftliche und politische Diskussion in Gang setzen. Ben Wagin ist der international bekannte „Erfinder“, Gestalter, der engagierte Künstler des europaweit bekannten „Parlament der Bäume – Gegen Krieg und Gewalt“. Ben Wagin hat es als Mahnmal errichtet, die Mauertoten sind die bedachten Opfer. Er hat die einzelnen Mauerstücke mit schwarzer Farbe in grobem Strich figural, teilweise mit Textzitaten gestaltet und mit seiner unverkennbar expressiv-artifiziellen, chiffreartigen Handschrift versehen.

Friedel Drautzburg und Harald Grunert, die Gründer und Inhaber der „Ständigen Vertreten“ (StaeV) am Schiffbauerdamm in Berlin, sind mit Ben Wagin befreundet und im Besitz einiger Original-Mauer-Segmente, von Wagin künstlerisch bearbeitet. Mauerstücke wurden nicht nur vor der „StaeV-Berlin“, sondern auch im ehemaligen Regierungsviertel vor der Deutschen Welle in Bonn sowie an weiteren Standorten wie beispielsweise Bremen aufgestellt. Ein solches Mahnmal hat nun auch in Drautzburgs Heimatstadt Wittlich einen Platz gefunden. Von dem Mauerteil als Kunstwerk wurde in Zusammenarbeit mit der Porzellanmanufaktur Rosenthal Miniaturnachbildungen in einer kleinen limitierten Auflage hergestellt.

„Das Mauerstück“ – Anlieferung und Aufstellung

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