25 Jahre Stiftung Stadt Wittlich

SECRETUM DE WITTLICH – Das Geheimnis von Wittlich

Christoph Adams am Klavier. (Foto: Jan Mußweiler)
Bürgermeister Joachim Rodenkirch bei seiner Ansprache. (Foto: Jan Mußweiler)
Für große Begeisterung sorgten die Breakdancer des Wittlicher Turnvereins 1883 Wittlich e.V. (Foto: Jan Mußweiler)
Der Kinderchor St. Markus unter Leitung von Reinhold Schneck. (Foto: Jan Mußweiler)
Dr. Hans Friderichs, Walter Feltes und Helmut Hagedorn beim Interview. (Foto: Jan Mußweiler)
Professor Dr. Dr. h.c. mult. Hermann Simon wagt eine Prognose in die Zukunft. (Foto: Jan Mußweiler)

Stiftung Stadt Wittlich feiert sich und ein viertel Jahrhundert Zuwendung vor Ort

„25 Jahre Zuwendung vor Ort“ lautete das Motto des Festaktes anlässlich des 25jährigen Bestehens der Stiftung Stadt Wittlich. Moderator Walter Feltes begrüßte vergangenen Freitagabend rund 200 Festgäste in der Kultur- und Tagungsstätte Synagoge. Premiere feierte beim Festakt der extra zum Jubiläum produzierte Imagefilm der Stiftung.

Bürgermeister Joachim Rodenkirch stellte insbesondere die mit der Stiftungsgründung verbundene mutige Entscheidung und die damalige Weitsicht der handelnden Personen in den Fokus seiner Ansprache. Auch wenn die Stiftung mit einem viertel Jahrhundert noch jung sei, könne sich die bisherige Bilanz gut sehen lassen, so der Vorstandsvorsitzende Rodenkirch. Vieles sei in den vergangenen 25 Jahren mit Stiftungsmitteln erreicht worden, was durch den gelungenen neuen Imagefilm der Werbeagentur TreeState Productions nur andeutungsweise hätte gezeigt werden können. Dennoch sei die Stiftung Stadt Wittlich auf einem guten Weg und für die Zukunft gerüstet. Rodenkirch informierte über die erfreuliche Entwicklung der Stiftung in der jüngsten Vergangenheit, die inzwischen durch eine Zustiftung aus dem Nachlass Hubert Thönes und durch zwei Treuhandstiftungen (Dell` Antonio und Dr. Reuß-Caspari) weiter gewachsen sei. Schließlich stünde der Stiftung eine nicht unbedeutende Schenkung ins Haus. Der Wittlicher Künstler Tony Munzlinger beabsichtige, der Stiftung Stadt Wittlich einen Großteil seiner Werke zu schenken, die dann in Wechselausstellungen in der „casa tony m“, so Rodenkirch, also in der Alten Posthalterei gezeigt würden. Darüber hinaus gab Rodenkirch einen Ausblick auf die im kommenden Jahr geplante Verleihung des Georg-Meistermann-Preises. Schriftstellerin und Nobelpreisträgerin Herta Müller wird am 10. März 2016 den fünften Georg-Meistermann-Preis im Wittlicher Eventum erhalten. Die Laudatio hält Martin Schulz, der Präsident des Europäischen Parlaments. Rodenkirch dankte beginnend mit den Vorstandsvorsitzenden Helmut Hagedorn und Ralf Bußmer, den Kuratoriumsvorsitzenden Dr. Hans Friderichs und Professor Dr. Dr. h.c. mult. Hermann Simon, allen die sich ehrenamtlich seit Bestehen für die Stiftung engagiert haben.

Dr. Hans Friderichs und Helmut Hagedorn erzählten unter der Moderation von Walter Feltes von den spannenden Geschehnissen vor 25 Jahren. Feltes fragte beispielsweise, wie die Idee zur Gründung der Stiftung Stadt Wittlich geboren wurde. Hagedorn, damaliger Bürgermeister von Wittlich berichtete, wie es schließlich gelungen sei, trotz einiger Widerstände - auch in den städtischen Gremien - den Stadtratsbeschluss im Jahr 1990 herbeizuführen. Das Stiftungskapital stammte aus den im Zusammenhang mit der Neuregelung der Stromversorgung und den aus dem Verkauf des Niederspannungsnetzes geflossenen Erlösen. Dr. Hans Friderichs betonte, dass die Stiftung trotz der aktuell historisch niedrigen Zinsen nach wie vor zahlreiche Institutionen fördere, wie beispielsweise das Emil-Frank-Institut oder Vermögen aufbaue, wie mit dem Bau der Kindertagesstätte Vitelliuspark bewiesen wurde.

Kuratoriumsvorsitzender Simon sprach ebenfalls von niedrigen Zinsen. Aktuell gäbe es die niedrigsten Zinsen seit 5.000 Jahren. Simon warf zudem einen Blick in die Zukunft. Er beschrieb die Situation der Stadt Wittlich im Allgemeinen und der Stiftung Stadt Wittlich im Besonderen in 25 Jahren. Simon beschränkte sich hierbei auf drei Problemfelder, die es zu lösen gelte. Das erste Problem sei der Braindrain! Der Stadt müsse es gelingen, den Trend zur Abwanderung der TOP-Bildungstalente aus dem ländlichen Raum in die Metropolen zu bremsen oder bereits Ausgewanderte nach Wittlich zurück zu holen. Das zweite Problem nannte er: Integration und Bildung! Wittlich müsse die Integration der Migranten voranbringen. Auch seien die Flüchtlinge zu integrieren und entsprechend auszubilden. Dieser Herausforderung müsse sich vor allem die Stiftung Stadt Wittlich stellen. Als drittes Problem sieht Simon die Verödung der Innenstadt! Wittlich habe sich in den vergangenen 25 Jahren in eine reine Autostadt entwickelt. Jeder brauche in Wittlich das Auto, um die Geschäfte und Einkaufszentren in der Peripherie zu erreichen. Viel problematischer sei jedoch die unmittelbare Konkurrenz des Internets. Professor Simon hatte aber auch einen Vorschlag parat, wie den aufgezeigten Problemfeldern zu begegnen sei. Er empfahl, dass Wittlich Hochschulstandort werden müsse. Die Verantwortlichen der Stadt müssten dieses Ziel beginnen zu verfolgen. Schwerpunkt der Wittlicher Hochschule könnte das Thema Integration sein. Der Campus mitten in der Innenstadt. Dies allein würde schon durch die zahlreichen Hochschulbeschäftigten und die Studenten zur Belebung des Stadtzentrums führen. Die Stiftung Stadt Wittlich könne diese Idee nicht nur anstoßen, sondern auch durch die Beauftragung eines entsprechenden Gutachtens wissenschaftlich begleiten.

Musikalisch wurde der Festakt umrahmt von Christoph Adams am Klavier und vom Kinderchor St. Markus unter der Leitung von Reinhold Schneck. Die Breakdancer des Wittlicher Turnvereins begeisterten die Festgemeinschaft mit spektakulären Tanzeinlagen. Moderator Feltes lud im Anschluss an den Festakt zu einem Glas Stiftungswein ein, der bei guten Gesprächen in der Kultur- und Tagungsstätte Synagoge besonders wohl bekomme.

Zum Jubiläum ist eine 56seitige Imagebroschüre der Stiftung erschienen.

 

 

 

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