Bündnis 90/Grüne zum Beschluss des Kombibades

09.07.2020

Logo Bündnis 90/DIE GRÜNENNatürlich scheint es auf den ersten Blick bedau­erlich, wenn sich unser tolles Freibad zukünf­tig verkleinert. Aber wenn man mal einen Moment lang ohne Emotionen darüber nachdenkt, dann gibt es keine vernünf­tige Alternative zu der nun beschlosse­nen Kombibad-Variante eines ganzjährig geöffneten Hallenbades mit einem ver­kleinerten Freibadbereich und zwar aus mehreren Gründen:

  • Wir brauchen dringend ein deutlich attraktiveres Hallenbad als derzeit und das, angesichts des Zustandes des Hal­lenbades, so schnell wie möglich. Dieses neue Hallenbad bietet allen Benutzer­gruppen attraktive Angebote und zwar an 12 Monaten im Jahr, das Freibad nur während einiger Wochen im Som­mer. Und in der Sommersaison bietet zusätzlich zum Hallenbad auch das verkleinerte Freibad noch zwei großzü­gige Nichtschwimmerbereiche mit ver­schiedenen Wassertiefen, Breitrutsche, Strömungskanal und einem Kleinkin-der-Planschbereich — zukünftig direkt neben dem bekannt tollen Spielplatz. Dieser bleibt, wie übrigens das gesamte Außengelände, weitgehend unverän­dert.
  • Mal ehrlich: unser Freibad stößt tatsäch­lich nur an ganz wenigen, sehr heißen Wochenend- oder Ferientagen an seine Kapazitätsgrenze. An den vielen wet­termäßig durchwachsenen Tagen, sowie zu Beginn und Ende der Freibadsaison kommen jedoch meist nur die Sport-und Gesundheitsschwimmer ins Freibad. Familien mit Kindern, Jugendliche, aber auch Schulklassen im Schwimmunter­richt bleiben dann oft lieber Zuhause, weil es ihnen zu kühl oder regnerisch ist. Diese können demnächst dann ins Hal­lenbad ausweichen. Ein weiterer Vorteil des Kombibades: anders als heute, kön­nen die Schwimmer zukünftig auch bei hohem Besucherandrang auf 3 x 50m und 5 x 25m völlig ungestört ihre Bah­nen ziehen!
  • Angesichts des Klimawandels sollten wir es uns nicht mehr leisten, riesige Wasserflächen vorzuhalten, die enorm viel Energie für deren Aufbereitung und Erwärmung erfordern. Ressour­cen schonen ist das Gebot der Stunde! Unsere Kinder und Enkel, die zukünftig in einem verkleinerten Freibad schwim­men gehen, werden sich übermorgen für die vorausschauende und nachhal­tige Entscheidung zur Verringerung der Wasserflächen bedanken.
  • Wir haben heute die einmalige Chance, das Schwimmen im Freien und in der Halle für die nächsten 40 Jahre sicher zu stellen! Wir brauchen nicht mehr zu bangen, ob wir uns die Sanierung des Freibades in der Zukunft noch leisten können.
  • Wenn man sich die Betriebskosten des nun beschlossenen Kombibades anschaut, sieht man, dass diese mit ca. 1,5Mio € pro Jahr schon sehr hoch lie­gen, deutlich höher als derzeit mit unse­rem maroden Hallenbad. Der weitere Betrieb des großen Freibades würde uns, egal ob grundsaniert oder „bedarfs­gerecht" renoviert, jedoch noch einmal mindestens 300.000 € pro Jahr zusätzlich kosten. Ob wir diese gewaltige Summe für die nächsten 40 Jahre an den Betrieb des großen Freibades binden oder ob die nächste Generation diese vielleicht lieber in Bildung, Kultur, Freizeit, Stadt­entwicklung oder sonstiges investie­ren möchte, sollten wir doch lieber der nächsten Generation überlassen und nicht schon heute deren finanzielle Mög­lichkeiten aus kurzsichtigem Egoismus so drastisch beschneiden.

In der Hoffnung, Ihnen mit unseren Argu­menten pro Kombibad darlegen zu können, warum wir Grüne im Stadtrat Wittlich nicht anders entschieden haben, verbleibe ich mit folgendem Gedanken:

Wenn alles -„weil es schon immer so war" - bleiben müsste wie es ist, gäbe es für die Zukunft nichts mehr zu gestalten.

Stephan Lequen
Fraktionssprecher


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