Jahresrückblick

14.01.2022

Juli


Jahrhunderthochwasser in Wittlich

Am 14. Juli wurde der Norden von Rheinland-Pfalz von einer Naturkatastrophe ungeahnten Ausmaßes heimgesucht. Auch die Stadt Wittlich und die umliegenden Gemeinden waren unmittelbar betroffen. Die Einsatzkräfte von Feuerwehr, THW, Servicebetrieb der Stadtwerke, Privatbetriebe und viele Freiwillige stemmten sich mit allen Kräften gegen den steigenden Wasserpegel, aber kurz nach Mitternacht ging der Kampf verloren und die Altstadt wurde überschwemmt. Teilweise sind sehr wohl große Schäden entstanden, aber im Vergleich zu den Katastrophengebieten rund um Ahrweiler haben wir in Wittlich Glück gehabt. 

(Foto: Michael Bach).

 

August


500-Kilogramm-Fliegerbombe erfolgreich entschärft

Problemlos verlief die Entschärfung einer amerikanischen Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg am 7. August im Industriegebiet Wengerohr-Süd. Die 500-Kilogramm-Bombe war am 2. August 2021 entdeckt worden.

76 Jahre nach einer der großen Wittlicher Bombardierungen war die Fliegerbombe bei Sondierungsarbeiten auf einer unbebauten Fläche im Industriegebiet Wengerohr-Süd gefunden worden. Sie wurde im Zweiten Weltkrieg gezielt genutzt, um Flakbatterien und Eisenbahnbetriebsanlagen zu bombardieren.

Die Fliegerbombe besaß einen noch funktionsfähigen Zünder, deshalb galt die Bombe als nicht transportierbar und musste vor Ort durch den Kampfmittelräumdienst (KMRD) entschärft werden.

Kurt Mazzucco, Claudio Prezzio und Sven Rasehorn vom KMRD entschärften die Bömbe. Niemand kam zu Schaden, alle evakuierten Menschen konnten wieder in ihre Wohnungen zurückkehren.

Claudio Prezzio, Kurt Mazzucco, Sven Rasehorn nach der erfolgreichen Entschärfung (Fotos: Rainer Stöckicht). 

 

September


Eröffnung der Weltallee „Wittlich ist bunt“

Mit einem Festakt eröffneten am 9. September 20 junge Künstlerinnen und Künstler und die Initiatorin Birgit Amerkamp gemeinsam mit Bürgermeister Joachim Rodenkirch das Kinder-Kunst-Projekt „Wittlich ist bunt“ an der Rommelsbachbrücke in Wittlich. Unter fachlicher Leitung von Birgit Amerkamp gestalteten die Kinder und Jugendlichen im Alter von sechs bis 14 Jahren in den Sommerferien völlig frei, bunte und mannshohe Stelen aus Holz. Aus vielen verschiedenen Nationen kommend drücken sie mit diesem Gemeinschaftsprojekt ihre Gedanken, Träume und Wünsche aus. Jede Stele erzählt ihre eigene Geschichte und dennoch sind sie alle im Gesamtkunstwerk miteinander verbunden.

Foto: Werner Pelm

 

Oktober


Stadt Wittlich stellt Klimaschutzmanager ein 

Zum 1. Oktober konnte Bürgermeister Joachim Rodenkirch den studierten Geograph Johannes Praeder als neuen Mitarbeiter der Stadtverwaltung als Klimaschutzmanager herzlich willkommen heißen. Bürgermeister Joachim Rodenkirch freute sich, dass ein gebürtiger Wittlicher nach Studium und Arbeitserfahrungen unter anderem bei der Kreisverwaltung Bad Neuenahr-Ahrweiler die neu geschaffene Stelle innerhalb der Stadtverwaltung Wittlich besetzt

Bürgermeister Joachim Rodenkirch heißt den neuen Klimaschutzmanager Johannes Praeder (2.v.l.) gemeinsam mit Fachbereichsleiter Hans Hansen und der stellvertretenden Personalratsvorsitzenden Petra Hoffmann herzlich willkommen (Foto: Sebastian Klein). 

Bürgerbegehren „Rettet das Wittlicher Freibad“ ist unzulässig

Die 7. Kammer des Verwaltungsgerichts Trier hat mit  Urteil vom 5. Oktober 2021 entschieden, das das von der Bürgerinitiative (BI) eingereichte Bürgerbegehren „Rettet das Freibad Wittlich“ unzulässig ist. Der beklagte Rat der Stadt Wittlich hatte in seiner Sitzung am 2. Juli 2020 den Neubau des Hallenbades als sogenanntes Kombibad mit in der Fläche reduzierten Freibadbecken beschlossen. Das am 6. Oktober 2020 schriftlich bei der Stadtverwaltung eingereichte Bürgerbegehren hatte die vollständige Erhaltung der Freibadbecken zum Ziel. Der beklagte Stadtrat beschloss in einer Sitzung im April 2021, dass das Bürgerbegehren unzulässig sei, da unter anderem die vorgelegte Begründung nicht die rechtlichen Anforderungen erfülle. Im Mai 2021 haben die Vertreter des Bürgerbegehrens Klage gegen diesen Beschluss beim Verwaltungsgericht in Trier erhoben. Ziel der Klage war die Feststellung der Zulässigkeit des Bürgerbegehrens.

Die Richter der 7. Kammer sind der Rechtsauffassung der BI allerdings nicht gefolgt und haben die Klage abgewiesen. Damit hat das Verwaltungsgericht die Rechtsauffassung des Stadtrates und der Verwaltung bestätigt, wonach das Bürgerbegehren unzulässig sei. 

 

November


Hochwasserpartnerschaft an Salm, Lieser, Alf und Ueßbach gegründet

Die Städte und Gemeinden im Einzugsgebiet von Salm, Lieser, Alf und Ueßbach gründeten am 15. November 2021 in Wittlich die Hochwasserpartnerschaft westliche Mittelmoselzuflüsse.

Bürgermeister Joachim Rodenkirch begrüßte neben den Amtskollegen aus Bernkastel-Kues Leo Wächter und der Verbandsgemeinde Wittlich-Land Manuel Follmann, weitere Vertreter der Landkreise und der Kommunen sowie der Wasserwirtschaftsverwaltung aus Mainz und Trier.

Noch ganz unter dem Eindruck der vergangenen Hochwasser im Juli, die auch in den Kommunen zwischen der Vulkaneifel und der Mosel große Schäden verursacht haben, war man sich schnell einig, auf lokaler Ebene intensiver zusammenzuarbeiten und mit Unterstützung der Wasserwirtschaftsverwaltung gemeinsam Hochwasservorsorge betreiben zu müssen. Norbert Demuth vom Landesamt für Umweltschutz stellte fest, dass die Pegelstände teilweise bisher noch nicht erlebte Höhen erreichten. Im Zuge des Klimawandels ist damit zu rechnen, dass solche Ereignisse künftig wahrscheinlicher werden, wir also damit rechnen müssen, öfters mit diesen Herausforderungen konfrontiert zu werden.

Frau Dr. Annalena Goll vom Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität stellte vor diesem Hintergrund erste Erfahrungen und Konsequenzen der Wasserwirtschaftsverwaltung als Antwort auf die Hochwasserereignisse in der Eifel und den Klimawandel vor. Hochwasservorhersage, Frühwarnung, Ausweisung von Wasserrückhalteflächen, Gewässerunterhaltung aber auch private Schutzvorkehrungen und angepasste Verhaltensregeln stehen beispielsweise auf der Agenda der kommenden Jahre. Dabei sollen in den Hochwasserpartnerschaften auf kommunaler Ebene und unter Einbeziehung der Bevölkerung sukzessive Verbesserungen, Lösungen und Maßnahmen entwickelt werden.

v.l.n.r.: Bürgermeister Leo Wächter, Bürgermeister Joachim Rodenkirch, Annalena Goll vom Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität, Bürgermeister Manuel Follmann und Norbert Demuth vom Landesamt für Umweltschutz nach der Gründung der Hochwasserpartnerschaft westlicher Mittelmoselzuflüsse (Fotos: Christof Kinsinger). 

1921-2021: 100 Jahre Feuerwehr Neuerburg-Dorf
Jubiläumsfeier in kleinem Rahmen 

Am 20. November feierte die freiwillige Feuerwehr Neuerburg-Dorf im Bürgerhaus in Neuerburg ihr 100- jähriges Bestehen.

Wegen Corona konnte das geplante große Jubiläumsfest an drei Tagen um den 1. Mai mit Bands, Musikvereinen, kulinarischen Köstlichkeiten, einem Feuerwehrwettkampf, einer Fahrzeugausstellung und Vorführungen im feuerwehrtechnischen Bereich nicht stattfinden.

Der Einheitsführer Stephan Berg und der Vorsitzende des Fördervereins Stefan Scholtes begrüßten die Gäste mit einer launigen und humorvollen Ansprache und gingen auch auf die 100-jährige Geschichte der Feuerwehr, die aktuell aus acht Frauen und 24 Männern besteht, ein.

Bürgermeister Joachim Rodenkirch, ging in seinem Grußwort auch auf die Geschichte der beiden Feuerwehren aus Sicht der Stadt Wittlich ein. Er lobte den Zusammenhalt und auch die Aktivitäten der Freiwilligen Feuerwehr Neuerburg – Dorf. Das kulturelle dörfliche Geschehen werde in Neuerburg und Dorf wie in den meisten Dörfern der Region durch die Aktivitäten der dörflichen Vereine und Vereinigungen mitgeprägt und mitgetragen.

Die Ortsvorsteher der Stadtteile Neuerburg und Dorf, Udo Reihsner und Gerhard Hoffmann, Wehrleiter Christian Vollmer, sowie die Einheitsführer der Standorte der Feuerwehr Wittlich überbrachten ihre Glückwünsche zu diesem besonderen Jubiläum.

Freuen sich über das Jubiläum der Freiwilligen Feuerwehr Neuerburg-Dorf: v.l.n.r.: Ortsvorsteher Udo Reihsner und Gerhard Hoffmann, Bürgermeister Joachim Rodenkirch, Einheitsführer des Standortes Neuerburg-Dorf Stephan Berg, Stellvertretender Einheitsführer Thomas Wirtz, Pastor Matthias Veit, Wehrführer Christian Vollmer, Einheitsführer Stadtmitte Martin Schmidt, Einheitsführer Wengerohr-Bombogen Stephan Monzel und Vorsitzender des Fördervereins Stefan Scholtes (Foto: Privat).

 

Dezember


Blasorchester Wittlich e.V.  begeht besonderes Jubiläum
Bürgermeister gratuliert zum 100. Geburtstag 

Bereits im 19. Jahrhundert gab es in Wittlich ein reichhaltiges musikalisches Leben in den verschiedensten Blaskapellen, wobei der Erste Weltkrieg einen massiven Einschnitt markierte und das Musikleben in Wittlich weitestgehend zum Erliegen kam. Doch bereits 1921 war wieder eine Musikkapelle, bestehend aus zwölf Musikern, spielbereit, die durch öffentliche Auftritte die Musikkultur der Stadt belebte. 

Das Blasorchester war und ist in den 100 Jahren seines Bestehens ein ganz wesentlicher Bestandteil des kulturellen Lebens der Stadt Wittlich. Außer den vielen, vielen Auftritten in den letzten hundert Jahren anlässlich des Volkstrauertages, während der Kirmes, des Karnevals und zu zahlreichen abendfüllenden Konzerten engagiert sich das Blasorchester in der Jugendarbeit. Junge Menschen haben hier die Möglichkeit, Instrumente kennenzulernen, sich weiterzubilden und ihre Freizeit kreativ zu gestalten.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier verlieh dem Blasorchester Wittlich die  „PRO MUSICA-Plakette“ als Auszeichnung für die in langjährigem Wirken erworbenen Verdienste um die Pflege instrumentalen Muszierens und damit um die Förderung des kulturellen Lebens. 

Bürgermeister Joachim Rodenkirch gratulierte am 20. Dezember  zu diesem besonderen Jubiläum und dankte dem Vorsitzenden Rainer Becker stellvertretend für und all jene Frauen und Männer, die sich ehrenamtlich für den Verein, die Jugend sowie die Belange der Gesellschaft einsetzen und eingesetzt haben. 

Bürgermeister Joachim Rodenkirch (rechts) mit Johanna Becker, Rainer Becker und Norbert Frenzer (links) nach der Überreichung des Ehrenschildes der Stadt Wittlich (Foto: Sebastian Klein).


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