Hochwasserschutzkonzept

29.11.2019

Vorstellung der Maßnahmen in den Stadtteilen
Hangflächen, Autobahn, Gewässerläufe: Viele Maßnahmen für Dorf und Neuerburg vorgestellt

Wie beim Bürgerworkshop zu Jahresbeginn, wurden auch die im Entwurf vorliegenden Maßnahmen für die Stadtteile Dorf und Neuerburg gemeinsam vorgestellt. In beiden Stadtteilen kommt viel Wasser aus dem Außengebiet und den Nutzflächen vom Hang. Hier sollen Maßnahmen ansetzen.

Der Neuerburger Ortsvorsteher Udo Reihsner begrüßte am Montag, 111. November die rund 50 interessierten Bürgerinnen und Bürger aus Dorf und Neuerburg, die an den definierten Maßnahmen zur Starkregenvorsorge für ihre Stadtteile interessiert waren. Viele von ihnen waren bereits beim Bürgerworkshop im Februar dabei und unterstützten das Planungsbüro bei der Ursachenforschung und dem Erkenntnisgewinn zu neuralgischen Punkten, Problemquellen und überflutungsgefährdeten Bereichen in den Ortslagen. Die bisher vorliegende Erfahrung der Betroffenen war eine wesentliche Grundlage zur Ableitung von Maßnahmen, die zukünftig das Schadensausmaß innerhalb der Bebauung reduzieren sollen.

Volker Thesen vom Planungsbüro Hömme stellte den aktuellen Entwurf des Maßnahmenkatalogs für die beiden Stadtteile vor. Noch ergänzt werden im weiteren Prozess Maßnahmenempfehlungen für die landwirtschaftlich genutzten Bereiche in den Hangflächen oberhalb der Ortslagen sowie westlich der Autobahn. Hierzu wird es einen gemeinsamen Workshop mit den Flächennutzern und Landwirten sowie Fachberatern der Landwirtschaftskammer geben, mit dem Ziel, wirkungsvolle Maßnahmen abzustimmen, mit denen man Wasserabfluss und Materialabtrag in die Bebauung verhindern oder zumindest reduzieren kann. Diese werden dann die bereits ausgewählten Maßnahmen ergänzen. In Dorf sind wesentliche Bausteine zur Erhöhung der Vorsorge eine Minderung des Wasserabflusses, ausgehend von der Autobahn, in den Flussbacher Weg, die regelmäßige Unterhaltung sowie Optimierung des Rückhaltebeckens oberhalb Im Flürchen und die Berücksichtigung des Oberflächenabflusses bei Starkregen im Rahmen der Planung von zwei Neubaugebieten. 

In Neuerburg sind eine Vielzahl an Maßnahmen entlang des innerorts verlaufenden Oligbaches geplant, bevor dieser unter der B 49 /Eichenstraße hindurch in Richtung Bombogen verläuft. Entlang des Gewässers im Baugebiet Hatzdorfer Straße sollen Retentions- und Rückhalteräume geschaffen, die Unterhaltung verbessert und Engstellen optimiert werden, um den Abflusskorridor des Gewässers zu vergrößern und den Starkregenabfluss zu verbessern. Weitere Maßnahmen sind im Außengebiet im Bereich des Ulmenhofes vorgesehen sowie innerorts entlang wasserführender Straßen. Eine wesentliche Maßnahme soll im Kreuzungsbereich Tannenstraße/ Eichenstraße dafür sorgen, dass das sich ansammelnde Wasser in den offenliegenden Zulauf zum Schattengraben abgeleitet werden kann – hier soll der sogenannte Notabflussweg entsprechend hergerichtet werden.

Viel vor am Sterenbach: Vorstellung der Maßnahmen für Lüxem

Lüxem ist nahezu entlang des kompletten Sterenbaches in der Ortslage stark hochwassergefährdet. Entsprechend groß ist der Bedarf an Maßnahmen zur Entschärfung der Situation und zur Erhöhung der Hochwasservorsorge. Nun wurde der Maßnahmenkatalog in Lüxem erstmals vorgestellt.

Rund 40 Personen waren am 18. November gekommen, um zu erfahren, welche Maßnahmen in Lüxem und auch bereits vor der Ortslage vorgesehen sind, um die Hochwassersituation innerorts zu entlasten. Nach der Begrüßung durch Ortsvorsteher Sebastian Klein, referierte Volker Thesen zu den entsprechenden Vorhaben und Aufgaben, die im Vorsorgekonzept niedergeschrieben werden und in die Umsetzung gehen sollen. 

Der potenzielle Überflutungsbereich zieht sich entlang des gesamten Sterenbaches sowie des Pfaffenbaches im Außengebiet, von der Stadtgrenze zu Flußbach bis runter zur Querung der B 49. Um hier eine tatsächliche Verbesserung erreichen zu können, ist ein Maßnahmenbündel am gesamten Gewässerstrang notwendig. Mit punktuellen Maßnahmen lassen sich hier kaum wirksame Effekte erzielen. Daher soll forciert werden, im Rahmen eines Renaturierungsprojektes, neben einer ökologischen Verbesserung am Gewässer, auch essenzielle Maßnahmen zur Verbesserung des Hochwasserabflusses durchzuführen. Eine solche wasserbauliche Maßnahme, die einen nennenswert langen Gewässerabschnitt betrifft, ist in entsprechenden Programmen des Landes Rheinland-Pfalz (bspw. innerhalb der Aktion Blau Plus) förderfähig und die Stadt Wittlich als Maßnahmenträger würde somit auch finanziell unterstützt.

Maßnahmen innerhalb eines solchen Projektes wären bspw.:

  • Erweiterung des Retentionspotenzials vor der Ortslage
  • Anlage von Treibgutfängen im Verlauf des Gewässers oberhalb der Ortslage zum Schutz vor Verklausungen
  • Aufweitung des Bachbettes und Wiederanschluss der Aue an das Gewässer
  • Entfernung von Zäunen, Ablagerungen (Brennholzstapel u. ä.), Aufbauten (bspw. Schuppen) und Materialansammlungen im direkten Gewässerumfeld sowie im Abflussbereich vor der Eintritt des Gewässers in die Bebauung
  • Aufweitung des Bachbettes in der Ortslage 
  • Abbruch von Ufermauern und Herstellung naturnaher Böschungen
  • Freilegen der Mündung des Lüschtenbüschgrabens
  • Rückbau von nicht genehmigten sowie nicht mehr benötigten Anlagen am Gewässer (bspw. Zaunanlagen, Schuppen, Hütten)
  • Definition von Überwachungs- und Unterhaltungsstrecken innerhalb eines Gewässerunterhaltungskonzeptes

Zur Konkretisierung der Maßnahmen für ein solches Projekt sowie zur Sensibilisierung der Anlieger und für einen informativen Austausch, soll eine Gewässerbegehung stattfinden, zu der die Stadt Wittlich und das Planungsbüro Hömme die entsprechenden Anlieger einladen werden, um die relevanten Abschnitte anzuschauen. Hierzu werden die betroffenen Grundstückseigentümer angeschrieben. Der Termin wird im Januar/ Februar 2020 stattfinden.

Weitere Maßnahmen in Lüxem sind für den Lüschtenbüschgraben sowie den Steinigebach beschrieben.

Ob Oligbach, Schattengraben oder Belinger Graben: Vor allem entlang der Gewässer soll die Hochwasservorsorge verbessert werden

26.11.2019

Nach Vorstellung der Maßnahmen für die Stadtteile Dorf, Lüxem und Neuerburg, stand am Dienstag, 26. November nun die Präsentation entsprechender Vorhaben für die Stadtteile Bombogen und Wengerohr an.

Das Vorsorgekonzept sieht daher insbesondere an Oligbach und Schattengraben in Bombogen sowie am Belinger Graben und am Belzengraben Maßnahmen zur Verbesserung des Hochwasserabflusses und zur Minderung des Schadenspotenzials vor. Rund 50 interessierte Einwohnerinnen und Einwohner der beiden Stadtteile waren ins Jugend-und Bürgerhaus nach Wengerohr gekommen, um den Ausführungen des Planungsbüros Hömme zu entnehmen, was in den sie betreffenden Bereichen zur Verbesserung vorgeschlagen und angedacht ist. Viele von ihnen hatten auch den Workshop im Frühjahr 2019 besucht und ihre Erfahrungen mit in die Erarbeitung des Konzeptes eingebracht. Zunächst wurden die einzelnen Maßnahmen für Bombogen vorgestellt. Diese liegen derzeit als Entwurf vor, sind vorabgestimmt mit den Maßnahmenträgern und werden im nächsten Schritt konkretisiert und in den Abschlussbericht zur Freigabe an das Ministerium und die SGD Nord integriert.

Für Bombogen sind u.a. angedacht:

  • Reduzierung des Oberflächenabflusses in den Oligbach am Wirtschaftsweg vom Neuerburger Kopf
  • Renaturierung des Schattengrabens
  • Herstellung von Rückhalt und Retentionsraum entlang des Schattengrabens vor der Ortslage
  • Optimierung des innerörtlichen Abflusses vor Eintritt in die Verrohrung
  • Herstellung eines Notabflussweges im Bereich Festplatz/ L 55
  • Berücksichtigung der Starkregenvorsorge und des Notabflussweges bei der anstehenden Erneuerung der Ortsdurchfahrt
  • Zustandserfassung der Bachverrohrungen

In Wengerohr sind Maßnahmen im Gewerbegebiet sowie am Belzengraben und entlang des Belinger Grabens maßgeblich zur Verbesserung der Hochwasservorsorge.

Hier sind entsprechend u.a. vorgesehen:

  • Verbesserung des Abflusses am Belzengraben entlang des Missionshauses St. Paul
  • Wiederherstellung eines gleichmäßigen Gefälles
  • Aufweitung des Einlaufbereiches vor der Verrohrung
  • regelmäßige Prüfung und Unterhaltung des Gewässers sowie des Rückhaltebeckens nördlich von St. Paul
  • Ausmodellierung eines potenziellen Retentionsraumes am Belinger Graben an der Cusanusstraße sowie südlich der Bahn zwischen Sandweg und Gartenweg
  • Errichtung von Treibgutfängen und Einlassbauwerken vor den Verrohrungen nördlich der Bahnstrecke und am Gartenweg
  • Erstellung eines Dorfentwicklungskonzeptes für den Bereich Im Hof/Hofgarten
  • Herstellung einer Wasserableitung vom Wirtschaftsweg nördlich des Gewerbegebietes in den Schattenrgaben
  • Intensivierung der Unterhaltung der Entwässerungsgräben an der Belinger Straße sowie regelmäßige Wiederherstellung der Funktionsfähigkeit

Da die öffentlichen Maßnahmen bei zukünftigen Ereignissen keinen vollkommenen Schutz gewährleisten können und Hochwasserschutz auch in der Verantwortung jedes Einzelnen liegt, wurden die Notwendigkeit und Möglichkeiten zur Verbesserung der eigenen Vorsorge nochmals erläutert und Beispiele und Hinweise gegeben. 

Nach Fertigstellung des Abschlussberichtes und der Freigabe des Konzeptes durch das Ministerium und die SGD Nord, wird dieses – voraussichtlich im Frühjahr 2020 – nochmals öffentlich, im Rahmen einer Abschlussveranstaltung, vorgestellt. Dann soll auch schon über die weitere Umsetzung der Maßnahmen informiert werden.

 

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