Hochwasserpartnerschaft an Salm, Lieser, Alf und Ueßbach gegründet

25.11.2021

Gründungsworkshops der Hochwasserpartnerschaft westlicher Mittelmoselzuflüsse.

v.l.n.r.: Bürgermeister Leo Wächter, Bürgermeister Joachim Rodenkirch, Annalena Goll vom Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität, Bürgermeister Manuel Follmann und Norbert Demuth vom Landesamt für Umweltschutz nach der Gründung der Hochwasserpartnerschaft westlicher Mittelmoselzuflüsse (Fotos: Christof Kinsinger).

Die Städte und Gemeinden im Einzugsgebiet von Salm, Lieser, Alf und Ueßbach gründeten am 15. November 2021 in Wittlich die Hochwasserpartnerschaft westliche Mittelmoselzuflüsse.

Bürgermeister Joachim Rodenkirch begrüßte neben den Amtskollegen aus Bernkastel-Kues Leo Wächter und der Verbandsgemeinde Wittlich-Land Manuel Follmann, weitere Vertreter der Landkreise und der Kommunen sowie der Wasserwirtschaftsverwaltung aus Mainz und Trier.

Noch ganz unter dem Eindruck der vergangenen Hochwasser im Juli, die auch in den Kommunen zwischen der Vulkaneifel und der Mosel große Schäden verursacht haben, war man sich schnell einig, auf lokaler Ebene intensiver zusammenzuarbeiten und mit Unterstützung der Wasserwirtschaftsverwaltung gemeinsam Hochwasservorsorge betreiben zu müssen. Norbert Demuth vom Landesamt für Umweltschutz erläuterte zunächst das Hochwassergeschehen im Juli und stellte fest, dass die Pegelstände teilweise bisher noch nicht erlebte Höhen erreichten. Im Zuge des Klimawandels ist damit zu rechnen, dass solche Ereignisse künftig wahrscheinlicher werden, wir also damit rechnen müssen, öfters mit diesen Herausforderungen konfrontiert zu werden.

Frau Dr. Annalena Goll vom Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität stellte vor diesem Hintergrund erste Erfahrungen und Konsequenzen der Wasserwirtschaftsverwaltung als Antwort auf die Hochwasserereignisse in der Eifel und den Klimawandel vor. Hochwasservorhersage, Frühwarnung, Ausweisung von Wasserrückhalteflächen, Gewässerunterhaltung aber auch private Schutzvorkehrungen und angepasste Verhaltensregeln stehen beispielsweise auf der Agenda der kommenden Jahre. Dabei sollen in den Hochwasserpartnerschaften auf kommunaler Ebene und unter Einbeziehung der Bevölkerung sukzessive Verbesserungen, Lösungen und Maßnahmen entwickelt werden. Es können beispielsweise überörtliche Hochwasservorsorgekonzepte an Lieser oder Salm entwickelt werden. Alle betroffenen Akteure in den Kommunen an den Gewässern wie Lieser, Alf und Salm müssen letztlich enger zusammenarbeiten, um sich künftig besser auf Hochwasser oder auch Starkregen einstellen zu können. Im Hauptteil kamen insbesondere die Auswirkungen des Juli-Hochwassers 21 aus Sicht der Kommunen zur Sprache. Die vorgebrachten Anregungen, Ideen und mögliche Maßnahmen wurden diskutiert. Es stellte sich schnell heraus, dass es viele Themenfelder gibt, um die man sich in der Hochwasserpartnerschaft kümmern sollte: Wie kann die Bevölkerung früher und besser informiert werden, brauchen wir zusätzliche Pegel, wie soll die Gewässerunterhaltung in Hinblick auf Hochwasser erfolgen, wie kann man den Wasserrückhalt beispielsweise durch Maßnahmen in Landwirtschaft und Forstwirtschaft verbessern…? Welche Fördermöglichkeiten gibt es, um diese Vielzahl von Herausforderungen auch finanziell stemmen zu können? Alle diese Fragen sollen künftig in der Hochwasserpartnerschaft behandelt, Lösungen entwickelt und Maßnahmen umgesetzt werden. Das ist sicherlich nicht von heute auf morgen umsetzbar, es ist eine alle Akteure fordernde und zur Zusammenarbeit verpflichtende Generationenaufgabe - alle sitzen im gleichen Boot“.

Im nächsten Schritt wird unter Vorsitz von Bürgermeister Joachim Rodenkirch ein Arbeitsprogramm aus den Anregungen der Workshopteilnehmer erstellt und die Ziele definiert. Allen Teilnehmenden ist klar, dass es keine schnellen und einfachen Lösungen gibt, letztlich müssen wir mit der Naturgefahr Hochwasser leben und uns darauf einstellen, aber durch bessere Vorbereitung können die Schäden zumindest reduziert und Menschenleben gerettet werden. Das ist Ansporn genug, um sich gemeinsam der Herausforderung Hochwasser und Starkregen zu stellen: Staat, Land, Kommunen und Bevölkerung.


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