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Wittlicher Geschichte - Band 2

“Die Geschichte der Stadt vom 14. Jahrhundert bis zum Jahre 1815”

Die geschichtliche Situation seiner Heimatstadt Wittlich umschreibt Dr. Klaus Petry in seinem neuen Buch “Die Geschichte der Stadt vom 14. Jahrhundert bis um Jahre 1815” als Überlebenskampf. Nach Petry gab es in den beschriebenen 500 Jahren Stadtgeschichte zwei Konstanten: die fast regelmäßig auftretenden Zerstörungen der Stadt und den Aufbauwillen der Wittlicher. Neben der Verknüpfung der Stadtgeschichte mit dem Kurfürstentum Trier und damit der deutschen Geschichte schildert der Autor das Alltagsleben der Menschen und die wirtschaftliche und bauliche Entwicklung der Stadt Wittlich.

Der 1569 erbaute Stadthof des Klosters Himmerod (heute: Haus Schrot) Wie sehr auch eine Kleinstadt wie Wittlich von den Ereignissen der deutschen und europäischen Geschichte geprägt wurde, zeigen die ausführlichen Schilderungen der Folgen, welche die kriegerischen Auseinandersetzungen im Deutschen Reich auf die Entwicklung der noch jungen Stadt hatten. Der Bogen spannt sich hier von den regionalen Auseinandersetzungen im 14. Jahrhundert über die Raubzüge Ludwig XIV., dem Siegeszug Napoleons durch Europa bis zur Niederschlagung der französischen Truppen im Jahre 1815. Stets war Wittlich mitten im Geschehen. Feindliche und befreundete Truppen wurden einquartiert und mussten auf Kosten der Stadt versorgt werden. Die Stadt wurde erobert und zerstört, mit Unterstützung der Trierer Landesherren aber stets wieder aufgebaut.

Die Karrstraße um 1930 mit der 1686 datierten Front des Hauses Daus, dem Haus Ronde und einem Flügel des Volksschulgebäudes (um 1840). Anschaulich werden in dem neuen Geschichtsbuch die alltäglichen Schwierigkeiten bei der Versorgung der Bevölkerung, zeitweise der Überlebenskampf der durch Zerstörungen, Seuchen oder Truppeneinquartierungen stark betroffenen Stadt, geschildert. Aufschlussreich sind auch die Beschreibungen der damaligen Stadtbewohner. So mussten im Jahre 1790 alle Ämter des Kurstaates auf Anordnung des Trierer Kurfürsten Clemens Wenzelslaus Amtsbeschreibungen vorlegen. Über die Stadt Wittlich wird berichtet, dass es 249 Bürger (Haushalte), 267 Wohnungen und fast ebenso viele Scheunen und Stallungen gab. Die Wittlicher werden als “wollüstig im Essen und Trinken”, “zu zwei Drittel verarmt und verschuldet” beschrieben. Petry führt diese Charakterisierung auf die Folge des Siebenjährigen Krieges und die hiermit zusammenhängenden Verrohung der Sitten und die hohen finanziellen Belastungen durch den Krieg zurück.

Geschrieben ist das Buch in einer lesenwerten, spannenden Sprache. Aufgelockert wird der Text durch über 70 Schwarzweiß-Abbildungen. Im Anhang gibt es weitere 35 schwarzweiße und 13 farbige Abbildungen. Neben älteren Fotographien zum Stadtbild und wichtigen Urkunden veranschaulichen einzelne Pläne die Stadtentwicklung. Die erläuternden Fußnoten und das umfangreiche Literaturverzeichnis erlauben es dem interessierten Leser, sich weiter mit einzelnen Themen der Geschichte zu beschäftigen.


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