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Joachim Rodenkirch neuer Bürgermeister

Feierliche Amtseinführung in der Synagoge

Am vergangenen Donnerstag wurde in der vollbesetzten Kultur- und Tagungsstätte Synagoge der neue Bürgermeister in sein Amt eingeführt. Joachim Rodenkirch wird als Bürgermeister in den kommenden acht Jahren die Geschicke der Stadt Wittlich lenken. Die Ernennung wurde vom Ersten Beigeordneten durchgeführt. In seiner ersten Amtshandlung ernannte der Bürgermeister anschließend die vom Stadtrat gewählten drei ehrenamtlichen Beigeordneten Albert Klein, Elfriede Marmann-Kunz und Jörg Hosp.


Fotos: Jan Mußweiler

Schon von Außen war zu erkennen, dass am 2. Juli 2009 in der Synagoge eine besondere Sitzung des Stadtrates stattfand. Die Gäste für die Festsitzung wurden in drei weißen Pagodenzelten auf rotem Teppich empfangen, es wurde Sekt ausgeschenkt. Nachdem die Sitzordnung der vorhergehenden Ratssitzung abgebaut und Stuhlreihen aufgestellt waren, füllte sich die Synagoge schnell mit Ratsmitgliedern, geladenen Gästen und Bürgern. Das Festprogramm wurde vom Klarinetten-Trio Ulrich Junk, Katharina Röhl und Annika Kappes von der Kreismusikschule mit dem ersten Satz aus dem „Divertimento“ für Klarinetten eröffnet.

Albert Klein als amtierender Erster Beigeordneter begrüßte die Gäste, namentlich die Familie von Joachim Rodenkirch, die Ratsmitglieder, die Träger der Schultheiß-Colin-Ehrennadel und die beiden Wittlicher Ehrenbürger. Sein besonderer Gruß galt Landrätin Beate Läsch-Weber, Bürgermeister Christoph Holkenbrink, Dr. Hans Friderichs und den Bürgermeistern der Verbandsgemeinden und aus den Partnerstädten. Er forderte alle Anwesenden auf: „Feiern Sie mit uns die Einführung von Joachim Rodenkirch“! Er überreichte Joachim Rodenkirch eine 10 Pfennig Münze mit dem Wittlicher Wappen, eine Prägung des Kreises Wittlich aus dem Jahre 1919. „Diese kleine Münze soll symbolisch dafür sorgen, dass Dir nie das Geld für Deine Vorhaben ausgeht und dass unter Deiner Führung die Stadt Wittlich blühe, wachse und gedeihe“, so Albert Klein.

Nach der Eröffnungsansprache überreichte Albert Klein dem neuen Bürgermeister seine Ernennungsurkunde und nahm die Vereidigung und Amtseinführung vor. Anschließend übernahm Bürgermeister Rodenkirch die Sitzungsleitung. Er ernannte die vorher vom Stadtrat gewählten drei Beigeordneten zu Ehrenbeamten und händigte die Ernennungsurkunden aus. Für weitere fünf Jahre zum Ersten Beigeordneten ernannt wurde Albert Klein (CDU). Auch Elfriede Marmann-Kunz (SPD) erhielt wieder eine Ernennung. Neu im Kreis der Beigeordneten ist Jörg Hosp (FDP), der nach seiner Ernennung auch vereidigt und in das Amt eingeführt wurde.

In ihren Grußworten boten Landrätin Beate Läsch-Weber und Bürgermeistern Christoph Holkenbrink, der auch für die Kreisgruppe des Gemeinde- und Städtebundes sprach, eine gute, vertrauensvolle Zusammenarbeit an. Bürgermeister Frank van Beers aus Boxtel gratulierte Joachim Rodenkirch, er bezeichnete das neue Amt „als eine der schönsten Berufe, die es gibt“. Ratsmitglied Katrin Bornmüller, die für den Stadtrat sprach, erinnerte an die hervorragenden Leistungen von Rodenkirch als Stadtförster. „Ein herzliches Willkommen“ überbrachte Simone Röhr, die Vorsitzendes des Personalrates der Stadtverwaltung Wittlich. Dr. Hans Friderichs, der Vorsitzende des Kuratoriums der Stiftung Stadt Wittlich, bezeichnete das Ergebnis der Urwahl als besonderen Vertrauensbeweis für die Person Joachim Rodenkirch. Er wünschte dem neuen Bürgermeister auch das „Quäntchen Glück“, welches letztlich zum Erfolg führt.

In seiner ersten Rede als Bürgermeister bedankte sich Joachim Rodenkirch für den Vertrauensbeweis, der im Wahlergebnis zum Ausdruck kommt. „Ich stehe aber hier nicht nur in Dankbarkeit, sondern auch in Demut und Respekt vor der Aufgabe, die ich als Bürgermeister in den kommenden acht Jahren zu erfüllen habe“. Für ihn stehe der Bürger an erster Stelle, dies sei der Leitgedanke, der alle Handlungsfelder kommunalpolitischen Tuns umgreift, so Rodenkirch. Er appellierte mehrmals an das Wir-Gefühl und daran, dass nur gemeinsames Handeln die Stadt weiterbringen kann. „Werte waren zu allen Zeiten die leise Kraft für Fortschritt. Was wir benötigen, ist eine neue Zeit der Verantwortung, einer Verantwortung vor Gott, einer Verantwortung vor uns selbst und unseren Mitmenschen“. Rodenkirch erinnerte an die vor 60 Jahren in Deutschland eingeführte repräsentative Demokratie und sagte bezogen auf die Stadtratswahl am 7. Juni 2009: „Bei diesen Wahlen hat der Wähler entschieden, wer in den nächsten fünf Jahren im Stadtrat Entscheidungen trifft. Dass diese Entscheidungen von Mehrheiten getroffen werden, dürfte jedem klar sein. Trotzdem kann der Stadtrat sich nicht als geschlossene Gesellschaft verstehen, der für fünf Jahre das Sagen in der Stadt hat“. Die Ratsmitglieder müssten vielmehr „das Ohr am Volk haben“, nur so seien Entscheidungen möglich, die vom Bürger verstanden und akzeptiert werden, so Rodenkirch. Er beendete seine Festrede mit den Worten: „Ich glaube an Wittlich, weil ich an die Menschen glaube“. Die über 250 Zuhörer in der Kultur- und Tagungsstätte Synagoge applaudierten stehend.

Nach der Festsitzung standen die Gäste noch lange bei gutem Wittlicher Wein wegen des guten Wetters zunächst vor der Synagoge, anschließend im Innenraum, zusammen. Auf dem Himmeroder Straße vor der Synagoge war für Autos kaum noch ein Durchkommen. Mit interessanten Gesprächen ging ein angenehmer Abend zu ende. Zahlreiche Gäste lobten die Veranstaltung und sprachen von einer angemessenen und gelungenen Amtseinführung.

/uj